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Ganz schön anders - Filmworkshops und Wettbewerb

Ein Kooperationsprojekt von Blickwechsel e. V., dem Verein für Kultur- und Medienpädagogik, und dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Oldenburg (LBZH OL)

Heute ist tatsächlich alles ganz schön anders in der Schule, denn in den frühen Morgenstunden rückt ein professionelles Filmteam an. Mit Kameras, Mikrofonen und Schnittrechner machen sie aus dem Klassenzimmer der niedersächsischen Förderschule kurzerhand ein Filmstudio. Der Grund: Ein Schüler*innen-Team hat beim inklusiven Kurzfilmwettbewerb "Ganz schön anders – für Inklusion, gegen Ausgrenzung" einen zweitägigen Drehbuch- und Filmworkshop gewonnen. Erwartet werden auch Promis der Kulturszene – mit und ohne Behinderung –, die den Workshop leiten werden, und nicht zuletzt alle anderen Gewinner*innen-Teams aus ganz Niedersachsen.

Vorurteile Fehlanzeige

Wer zugeschriebenerweise "anders" ist, der hat es häufig schwer im Leben. Und genau das soll ganz schön anders werden – hat sich der Verein Blickwechsel in Göttingen zum Ziel gesetzt. Blickwechsel möchte dazu beitragen, Vorurteile und Berührungsängste bei Schüler*innen, insbesondere der Klassenstufen 8 bis 10, abzubauen. An dem inklusiven Kurzfilmwettbewerb sind daher alle Schüler*innen sämtlicher Schulformen in Niedersachsen zur Teilnahme aufgerufen – ob sie ein Gymnasium, eine Gesamtschule oder eine Förderschule besuchen, dunkle oder helle Hautfarbe, eine Behinderung oder keine Behinderung haben.

Botschafter*innen machen es vor

Das Thema des Wettbewerbs wird jährlich nach den Sommerferien in Niedersachsen ausgeschrieben. Schüler*innen-Teams haben ab dann sieben Wochen Zeit, im Unterricht einen Film zu produzieren. Die Teams mit den interessantesten Filmideen werden dann zu einem zweitägigen Drehbuch- und Filmworkshop an ihrer Schule eingeladen. Und auch hier ist wieder etwas ganz schön anders: Die barrierefreien und inklusiven Workshops werden von prominenten Botschafter*innen aus Kunst und Kultur – oftmals mit Behinderung – geleitet. So gibt der Graf Fidi seine Erfahrungen als Rapper mit körperlicher Behinderung weiter, der Schauspieler Samuel Koch erzählt vom Theaterspielen im Rollstuhl oder die kleinwüchsige Poetry-Slammerin Ninia "La Grande" stellt Binias Tipps fürs Drehbuch vor.

Das Equipment – wie digitale Videokameras, Schnittrechner, Mikrofone etc. – bringen die Filmemacher*innen für den Workshop mit. Nach ersten Schauspielübungen lernen sich die Schüler*innen genauer kennen. Sie drehen in bunt gemischten Teams Bilderrätsel und versuchen sich an Stopp-Tricks. Dann geht es an die Filmproduktion mit Szenendreh und Schnitt.

Sichtbare Teilhabe

Mit dem Filmwettbewerb und den Workshops hat Blickwechsel inzwischen ein breites und tragfähiges niedersachsenweites Netzwerk aus Medienzentren, Filmschaffenden und Förder- und Regelschulen in der Stadt und auf dem Land geschaffen. Bei dem Wettbewerb "Ganz schön ungerecht" im Schuljahr 2016/17 war die Resonanz entsprechend hoch: hier beteiligten sich 71 Filmteams aus 30 Förder- und Regelschulen und drehten Filme zum Thema "Gerechtigkeit" – mit Untertiteln, einer Live-Audiodeskription und in Gebärdensprache. Vor 450 Schüler*innen präsentierten die zehn besten Teams ihre Filme. Damit schafft es Blickwechsel mit seinem Filmprojekt nicht nur, auf spielerische Weise die Vermittlung von Medienkompetenz mit kultureller und politischer Bildung zu verbinden, der Verein fördert zugleich die Teilhabe und Sichtbarkeit von Menschen mit und ohne Behinderung in der Breite.

Die Jury:

"Das Kooperationsprojekt ganz schön anders - Filmworkshop und Wettbewerb schafft niederschwellige und barrierefreie Zugänge in den Bereichen Medien und Film, stärkt die beteiligten Kinder und gibt ihnen Vorbilder", so die MIXED UP Fachjury. "Die schulform- und fächerübergreifende Projektstruktur, die auch Fortbildungen für Lehrkräfte integriert, ermöglicht niedersachsenweite Wirkung."

Weitere Informationen:

Blickwechsel e. V., Verein für Kultur- und Medienpädagogik
Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Oldenburg (LBZH OL)
Projekthomepage

Alle Filme sind auf YouTube und in den Bürger-TV-Sendern in Niedersachsen zu sehen.

Fotos: M. Goette, G. Doehner, F. Fender


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