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 BKJ    Weitere Aktivitäten im Fachbereich Kooperationen und Bildungslandschaften



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Weiß Gott wann
Foto: Andrea Huber
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Eine Kooperation der SchlaU-Schule und den Münchner Kammerspielen, ISuS, Jugendliche ohne Grenzen, München

Die Jugendlichen, die als Flüchtlinge unter anderem aus Somalia, Sierra Leone, Afghanistan oder Palästina nach München kommen, sind häufig traumatisiert. Sie leben ohne ihre Eltern in einer für sie neuen, unbekannten Welt. Ihre Bildungsoptionen sind durch ihre ungewisse aufenthaltsrechtliche Situation oftmals erheblich eingeschränkt. Das Ergebnis ist die grundsätzliche Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Kultur. Sie stellen sich die Fragen: Wie soll ich mit einer Gesellschaft umgehen, die sich mir in vielen Bereichen verschließt? Was hat die Kultur, mit der ich jetzt konfrontiert werde, mit mir zu tun? Was habe ich mit ihr zu tun?

Für das Projekt „Weiß Gott wann“ haben sich die SchlaU-Schule, Integration durch Sofortbeschulung und Stabilisierung (ISuS), Jugendliche ohne Grenzen und die Münchner Kammerspiele zu einem Bündnis zusammengeschlossen. SchlaU steht für „Schulanaloger Unterricht für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge“. Die Arbeit reicht von Angeboten zur Stärkung der Persönlichkeit über die Alphabetisierung und das Deutschlernen bis hin zum möglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses.  

Während der durchschnittlich zwei bis drei Jahre der Schulzeit erwerben die Jugendlichen nicht nur Qualifikationen, um einen Ausbildungsplatz zu erwerben und auf dem Arbeitsmarkt auf Dauer bestehen zu können. Ein Kernstück des Vormittags- und Nachmittagsunterrichts ist es, den Jugendlichen über das Medium Theater den Austausch über soziale Gegebenheiten hinaus zu ermöglichen. Aus biografischem Material und Recherchen erarbeiten sie gemeinsam eine Inszenierung. Die dokumentarischen wie fiktiven Geschichten orientieren sich inhaltlich und formal an den Talenten, Bedürfnissen und Identitäten der Jugendlichen. Denn sie sind die Protagonisten, die als Schauspieler*innen, Musiker*innen, Tänzer*innen, Autor*innen, Videoexpert*innen, Praktikant*innen und Zuschauer*innen, sowohl inhaltlich, praktisch als auch künstlerisch das Projekt mit Leben füllen. Durch die Workshops (Schreibwerkstatt, Musik, Körpertraining, Maskenspiel und Maskenbau), den Probenprozess und schließlich die Aufführungen werden Begegnungsräume für junge Flüchtlinge und Künstler*innen bzw. Mitarbeiter*innen der Kammerspiele, Münchner Jugendliche und dem Publikum geschaffen.

Inhaltlicher Ansatz der Projektarbeit ist die Ergründung des Verständnisses von Kultur und Gesellschaft. Die vielfältigen kulturellen Hintergründe, welche die minderjährigen Flüchtlinge mitbringen und ihr Blick auf unsere Gesellschaft geben dazu Impulse für die Fragen: Wie gehen wir als Gesellschaft damit um, dass Flüchtlingen viele Bereiche verschlossen bleiben? Wie kann eine interkulturelle zukünftige Gesellschaft aussehen? Entstanden ist mit „Weiß Gott wann“ ein Theaterstück, das dazu anregen soll, Antworten auf diese Fragen zu suchen.

Das Projekt repräsentiert das langfristig angelegte Kooperationsbestreben, jugendlichen Flüchtlingen eine Perspektive zu eröffnen, sich in der neuen Heimat ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

„Vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen setzt das Projekt ein wichtiges Signal“, so die MIXED UP Fachjury. „Die Jugendlichen bekommen hier Impulse, ihr Leben selbst zu gestalten und sich in einer für sie fremden Welt zurechtzufinden. Kulturelle Bildung bietet ihnen die Möglichkeit des Sich-Findens und Sprache-Findens.“

 

Weitere Informationen

Münchner Kammerspiele

SchlaU-Schule 


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