Modellprojekt Ganztagsklasse >>
Laudatio zum MIXED UP-Preis 2007

Nun haben wir die Ehre, den Leiter einer Bayerischen Hauptschule kennen zu lernen, der sich vor einem Jahr ein hohes Ziel gesetzt hat: Die Einrichtung einer gebundenen Ganztagsklasse mit durchgehend rhythmisierten Angeboten der Kulturellen Bildung – durchgeführt von fachlich fundierten Kooperationspartnern.

Wie wir heute wissen – es hat funktioniert! Im Verbund erarbeiten die „Pädagogische Aktion / Spielen in der Stadt“ und das „Institut für Angewandte Kulturelle Bildung“ mit Unterstützung des „Schul- und Kulturservice München“ ein Konzept mit sieben Angeboten aus den Bereichen Tanz, Zirkus, Medien, Theater und Bildnerisches Gestalten. Die sieben kulturpädagogischen Doppelstunden finden jeden Schultag vor- und nachmittags statt.

Mit ihrem „Modellprojekt Ganztagsklasse Hauptschule Perlacher Straße“ stellen die Kooperationspartner also einen Ganztag zur Verfügung, der umfassende Bildungsangebote in rhythmisierter Form für die Hauptschülerinnen- und schüler bereitstellt, der ästhetisches, kognitives, soziales und emotionales Lernen ermöglicht und der den Schülerinnen und Schülern Wahlmöglichkeiten entsprechend ihrer Neigungen gewährt.

Ein weiterer Punkt, der die Fachjury von diesem Konzept überzeugt hat, ist die aufwendige Dokumentation und Evaluation des gesamten Prozesses. Die Hauptschule an der Perlacher Straße ist Partnerschule des "Praxisforschungsprojekts „Leben lernen", einem Pilotprojekt zur Entwicklung, Untersuchung und Darstellung von Lern- und Bildungsprozessen in Kulturprojekten an Schulen. Alle kulturpädagogischen Angebote werden im Rahmen von Nachbesprechungen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern intensiv reflektiert und dokumentiert.

Das Modellprojekt Ganztagsklasse Hauptschule Perlacher Straße punktet also in gleich zwei Bereichen: Zum einen mit einem für Bayern modellhaftem Ganztagskonzept, das Unterricht und Kulturpädagogik innerhalb einer sinnvollen Gesamtstruktur vereint. Und zum anderen mit der konsequenten Evaluierung des gesamten Prozesses – wir können nur hoffen, dass besonders dieser Aspekt Vorbildfunktion für viele weitere Kooperationspartner einnimmt!

Laudatorin: Viola Kelb, BKJ