• Foto: Yvonne Most

 BKJ    Weitere Aktivitäten im Fachbereich Kooperationen und Bildungslandschaften



Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


bkj.de
LAUDATIO ZUM MIXED UP PREIS 2006>>
Musical Factory

Bis das Bühnenwerk „Odyssee in den Quadraten“ tatsächlich in seiner vollendeten Fassung stand, brachten die Schülerinnen und Schüler der Johannes-Kepler-Ganztagshauptschule einen langen Weg von den ersten künstlerischen Gehversuchen bis zur erfolgreichen Premiere hinter sich: Mit Techniken der Schauspielerei, der Musik, der Bildenden Kunst und nicht zuletzt mit der antiken Sage der Odyssee des Homer beschäftigten sich die Jugendlichen intensiv über einen Zeitraum von anderthalb Jahren. Jedoch: nicht nur lang war dieser Weg, sondern vor allem gesättigt an Erfahrungen, Entdeckungen und Kreativität.

Die beiden Kooperationspartner Jugendkunstschule und Musikschule gestalteten diesen Weg gemeinsam mit den Jugendlichen im Rahmen von drei Phasen: die 1. Phase vermittelte den Schülerinnen und Schülern grundlegende Kenntnisse in den Bereichen Bildende Kunst und Musik. In der 2. Phase bildeten sie je nach Interessen der Jugendlichen Neigungsgruppen, die sich wahlweise mit dem Bühnenbild, den Kostümen, der Musik und der schauspielerischen Umsetzung des Stückes befassten. Die dritte Phase schließlich beinhaltete das Resultat dieses Schaffensweges: fünf erfolgreiche Aufführungen des Musicals.

Die Story dieses außergewöhnlichen Musicals handelt von einer Jugendgang, die sich in einem bis dahin ungeahnten Paralleluniversum völlig neu orientieren muss. Der Titel „Odyssee in den Quadraten“ lässt es schon vermuten: über den antiken Stoff hinaus geht es um ein weiteres wichtiges und hochaktuelles Thema: nämlich um „Heimat“ und damit verbunden um die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, dies in der eigentlich so vertrauten Heimatstadt Mannheim. Ein Großteil der an dem Musicalprojekt teilnehmenden Jugendlichen stammt aus Familien mit Migrationshintergründen. Eine Voraussetzung, die der Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit den Themen Heimat, Fremde und Identität einmal mehr Sinn gibt. Eindrucksvoll zeigte sich im Prozess dieser Kooperation, welche Möglichkeiten zur Selbstreflexion kulturelle Bildungsangebote für Jugendliche bieten.

Zwei Bildende Künstler, zwei Musiker, ein Theaterpädagoge und zwei Klassenlehrer waren an der Umsetzung des Musicals beteiligt. In hervorragender Weise gelang es den Kooperationspartnern, die Potentiale zweier Einrichtungen unterschiedlicher Kultursparten zu verbinden: Jugendkunstschule und Musikschule arbeiteten unter einem gemeinsamen Leitthema mit ihren jeweiligen künstlerischen Mitteln auf ein gemeinsames Ziel hin. Die Musical Factory zeigt uns auf überzeugende Weise, wie Jugendkunst- und Musikschulen im Rahmen einer Ganztagsschulkooperation spartenübergreifend sehr effizient zusammenarbeiten können.

Und außerdem heißt es ja auch immer so schön, Angebote der kulturellen Kinder- und Jugendbildung nehmen positiven Einfluss auf die Schulkultur insgesamt: Dazu ein Zitat von Musical-Factory-Darsteller Emre: „Die Musical-Arbeit und Theater-Spielen ist eine Super-Idee, weil dabei auch die Lehrer anders sind als sonst!“


nach oben | zurück
Diversität anerkennen
Inklusion umsetzen
Zusammenhalt stärken
Seite drucken | PDF der Seite erstellen | Seite empfehlen deliciousWhatsapp | Kontakt | Sitemap | Impressum | Datenschutz